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ENGEL-GEDICHTE
A5, 12 Seiten, €6, inkl. Versand
Vier ganzseitigen Zeichnungen von
Michael Kupfermann
ISBN 978-3-939240-29-7

A5 €6
A4 €9

Der Sohn des Meeres von Cadiz, Spanien, war der bedeutendste zeitgenössische Dichter der spanischsprechenden Welt. Er starb nach achtunddreißig Jahren Emigration in seiner Heimatstadt Puerto de Santa Maria im Alter von 96 Jahren: "Sollte meine Stimme an Land sterben, bringt sie bis ans Meer und lasst sie am Ufer!"

Der gute Engel
(In der Brust tun sich auf einmal)
Der unbekannte Erzengel
(Heimweh nach den Erzengeln!)
Der überlebende Engel (Erinnert euch.)
Der Sandengel
(Wirklich, in deinen Augen war das Meer zwei Kinder,)
Der Engel aller Engel
(Und das Meer ging hin und gab ihm einen Rufnamen,)
Der gute Engel
(Vor Jahren mal, ich schlief schon)
Die zwei Engel (Lichtengel du, glutheiß)
Der gute Engel
(Es kam der, den ich liebte)

Alberti
26-jährig, der Preisträger des Nationalpreises für Literatur 1926, veröffentlicht die "Engel" 1929, eine Poesie, die man ihm nicht zugetraut hätte:

"Ich habe meine poetischen Gewänder zerrissen (denn ich hatte solche). Ich bedeckte mein Haupt mit Asche. Ich verbrenne mich bei lebendigem Leibe. Ich zücke ein rotes Tüchlein - Trompetenfinale. Und aus der stockfinsteren Stierbox stürmen Bosch, Bruegel (der Ältere und der Jüngere), Bouts, Swedenborg, W.Blake, Baudelaire und der Adler des Apostels. Vergiftet mich mit dem Qualm von Holzkohlenbecken und umstellt mich mit höllisch blau flammenden Spirituskochern, denn ich bin verteufelt schlechter Laune.

Ich hatte das Paradies verloren, vielleicht das der unmittelbar hinter mir liegenden Jahre, meiner hellen, allerfrühesten Jugend, die fröhlich war, ohne Probleme. Ich fand mich plötzlich um alles gebracht: kein Blau mehr hinter mir, die Gesundheit aufs neue angeschlagen, zerrüttet, zerbrochen im tiefsten Innern meiner selbst... Niemand folgte mir nach."

GEFANGENE ENGEL
Rafael Alberti
20 Seiten, A3 plus Umschlag
ISBN 978-3-939240-14-3

€12,00 + Versand

nicht gebunden; die Doppelseiten sind herausnehmbar und die Zeichnungen können die Wand zieren, indem sie auswechselbar sind, Woche für Woche.

mit acht ganzseitigen und zwei kleineren Zeichnungen von
Michael Kupfermann

Inhalt
Himmelfahrt
(Peitschend, gegen die Wände klatschend, in die Nässe, hörte man Seile sausen)
Feindseliger Mond
(Da ich nichts sah, als die Gestirne gegen meine Brust prallten, versank ich, rücklings fallend,)
Lied vom schicksallosen Engel
(Du bist, was dahingeht: Wasser, das mich trägt, das mich liegen läßt.)
Kündigung
Böse oder gute Engel, ich weiß nicht, warfen sich mir in die Seele.)
Die böse Minute
(Als die Weizenfelder für mich Wohnungen von Gestirnen und Göttern waren und der Raureif die gefrorenen Tränen einer Gazelle,)
Die Schulengel
(Keiner von uns begriff das nachtdunkle Geheimnis der Wandtafeln,)
Das Morgendämmerung der Namengebung
(In sanften, rosigen Angriffswellen kam das Frühlicht und legte dir Namen zu: Fehlgelaufener Traum,)
Drei Erinnerungen an den Himmel. Huldigung an Gustavo Adolfo Berquer
(Prolog: Weder die Rose noch der Erzengel hatten schon mal Geburtstag gefeiert.)
Erste Erinnerung
(...eine geknickte Lilie... Sie ging vorbei wie eine Lilie, die nachsinnt,)
Zweite Erinnerung
(...hinter dem Fächer aus Fieberwerk und Gold... Noch hatten die Walzer des Himmels die Jasminblüte und den Schnee nicht vermählt,)

Mit einem Nachwort von
Fritz Vogelsang:
Irgendwann gegen Ende des Winters 1929 erschienen die Engel Alberti am Himmel von Madrid. Der Furor ihres Flugs, ihr lautlos rasendes Andringen in finsterer Formation, erregte Bestürzung und Staunen. Niemand hatte dergleichen erwartet. Schon gar nicht aus der Hand ihres Urhebers.

Dieser, ein junger Mann von 26 Jahren, Spross des verarmten Zweiges einer Sippschaft von Weingut- und Kellereibesitzern in Puerto de Santa Maria, einem Hafenstädten an der Bucht von Cadiz, galt als bezaubernder Tausendsassa, als armenischer Liebhaber und begnadet frecher Liebling all der Grazien, die den frisch aufsprudelnden Quell poetischer Liedguts umspielten. jenen erquickend klaren, keck beglückenden Zauberschwall des andalusischen Neopopularismo, hervorbrechend aus iberischem Urgestein. Jählings von Freude überschüttet fühlte sich Juan Ramon Jimenez bei der Lektüre von "Seemann an Land", der ersten Vers-Sammlung Albertis.

Michael Kupfermann
entwirft mutig, nach eigenen Regeln und gültigen Gesetzen das alte Spiel von Farben und Linien. Angestoßen zu eigener Imagination. Der sich aussetzt und schaut: Neues entdeckend und ordnend im Kosmos des Bogens, im Hauch der Feder und im Aufblühen geahnter Wesen.
(Jan Badewien)

MICHAEL KUPFERMANN
Grafikpreisträger 1996 des Landes Rheinland-Pfalz schuf die Zeichnungen des Heftes. Er lebt und arbeitet als Künstler in Ottersberg. Seine Zeichnungen halten sich an die Erscheinungen, deren Alberti in seinen Schauungen ansichtig wurde.