• Image of DIE GÄNSEHIRTIN AM BRUNNEN
  • Image of DIE GÄNSEHIRTIN AM BRUNNEN
  • Image of DIE GÄNSEHIRTIN AM BRUNNEN
  • Image of DIE GÄNSEHIRTIN AM BRUNNEN
  • Image of DIE GÄNSEHIRTIN AM BRUNNEN

DIE GÄNSEHIRTIN AM BRUNNEN
Heft, 24 Seiten, A4, €5
mit Radierungen der Schüler einer 12.Klasse der Waldorfschule Bremen
ISBN 978-3-939240-34-1

Der Text ist in der Unger-Fraktur gesetzt. Dabei handelt es sich um eine gebrochene Schrift. Es wird Zeit, dass die Kinder diese Schrift wieder lesen lernen. In manchen Schulen wird dies nicht versäumt. Deshalb habe ich sie für dieses Büchlein ausgewählt.

Michael Gabele†
war der Kunstlehrer an der Bremer Waldorfschule, der dieses Projekt mit seinen Schülern 1977 realisiert hat. Im Unterricht in Bremen wurden die Radierungen entworfen und erstellt und in Ottersberg in der Amtshofpresse wurde das Märchen im Handsatz gesetzt.

Aus dem Inhalt (der letzte Absatz der Geschichte)
Die Geschichte geht noch weiter, aber meiner Großmutter, die sie mir erzählt hat, war das Gedächtnis schwach geworden: Sie hatte das Übrige vergessen. Ich glaube immer, die schöne Königstochter ist mit dem Grafen vermählt worden, und sie sind zusammen in dem Schloß geblieben und haben da in aller Glückseligkeit gelebt, so lange Gott wollte.

Ob die schneeweißen Gänse, die bei dem Häuschen gehütet wurden, lauter Mädchen waren (es braucht niemand übel zu nehmen), welche die Alte zu sich genommen hatte und ob sie jetzt ihre menschliche Gestalt wieder erhielten und als Dienerinnen bei der jungen Königin blieben, das weiß ich nicht genau, aber ich vermute es doch.

So viel ist gewiss, dass die Alte keine Hexe war, wie die Leute glaubten, sondern eine weise Frau, die es gut meinte. Wahrscheinlich ist sie es auch gewesen, die der Königstochter schon bei der Geburt die Gabe verliehen hat, Perlen zu weinen statt der Tränen. Heutzutage kommt das nicht mehr vor, sonst könnten die Armen bald reich werden.