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DAS KÜCHENJAHR
von Edda Singrün-Zorn
50 Seiten, Fadenheftung, €13
gebunden 17 x 25 cm
ISBN 978-3-939240-09-9

Die Jahresfeste aus
der Sicht der Küche.
Mit vielen Rezepten und
Zeichnungen der Verfasserin.

Vorwort
Dieses Buch entstand in der Zeit, in der meine beiden Töchter immer häufiger nach dem oder jenem Rezept oder Familienbrauch fragten, es entstand in der Zeit, in der sie mit irgendeinem ausgedienten Schulheft bei mir erschienen um "schnellmal" den Käsekuchen oder die Leberknödel einzutragen, oder um festzuhalten, auf welche Weise man Ostereier färbt. Nachfragen solcher Art sind altersabhängig. Geschehen sie so um das dreizehnte oder vierzehnte Jahr herum, entspringen sie zumeist dem Bedürfnis nach Selbständigkeit. Treten sie gegen das achtzehnte hin auf, so können wir ziemlich sicher sein, dass ein männliches Wesen im Hintergrund lauert, selbst dann, wenn es uns noch nicht vorgestellt wurde. Nun hat solche ein Entwicklung ihre zwei Gesichter, das heißt, man sieht sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite ist es erfreulich, wenn sich die jungen Damen endlich für etwas anderes interessieren als die neueste Tanzmusik, die Rocklänge oder welche Frisur "ihm" besser gefällt. Auf der anderen Seite weht aus diesen Fragen unserer Kinder ein gewisser, wenn auch sehr entfernter Geruch nach Kirchhof, ein zarter Hinweis darauf, dass wir vergänglich sind und eines Tages nicht mehr befragt werden können. Und wenn uns auch unser Verstand sagt, dass dies der Lauf der Dinge ist, so wehrt sich unser Gefühl doch dagegen, denn noch sind wir ja gegenwärtig, warm, lebendig und sehr tatkräftig.

Da es aber gegen wehmütige Gedanken bekanntlich nichts besseres gibt als Arbeit, entschloss ich mich, dieses Büchlein zu schreiben. Zudem, um den lästigen Schulheften den Garaus zu machen, nichts verloren gehen zu lassen, was sich an Familien- und Küchenerfahrung in langen Jahren angesammelt hat und zum Letzten, um dem Hausfrauendasein, das in unseren Tagen ein so trauriges, armseliges Ansehen genießt, neuen Glanz zu verleihen. Dieses Buch ist also nicht nur meinen Kindern gewidmet, sondern all' denen, die Emanzipationsgeschrei und Mode zum Trotz, sich die so sehr belächelten drei K's als Lebensinhalt gewählt haben.

Und so werden wir auch nicht bei Küche und Rezepten sehen bleiben, sondern zusammen durch Haus und Wohnung wandern. Wir werden Schubladen und Schränke öffnen, die Deckel der Advents- und Weihnachtskisten anheben, in den Osterkartons kramen und am Ende feststellen, dass wir ein unendlich reiches Leben haben, ein Leben phantasievoller, schöpferischer Arbeit, angefüllt mit Kurzweil, Abwechslung und Selbständigkeit, wie es wenige Berufe bieten.

Das Küchenjahr beginnt wie das Kirchenjahr im Advent. Und damit beginnt es auch gleich mit einem Paukenschlag, mit der hohen Zeit des Bratens und Backens, mit der Zeit der vielfältigsten Rezepte für Zimtsterne, Buttergebackenem, Leckerei, Springerle und Lebkuchen.

Jede Hausfrau hat in der Schublade ihren geheimen Schatz an Handgeschriebenem, und in manchen Familien vererben sich die Wachstuchhefte mit den verschnörkelten Schriftzügen der Groß- und Urgroßmütter von Generation zu Generation.

Eigentlich beginnt das Küchenjahr ja gar nicht in der Küche, es beginnt eine Woche vor dem ersten Advent mit dem Gang zum Gärtner, um die Zweige zu holen. Sicher, ich weiß, man kann die Kränze kaufen, schöne Kränze, mit allerlei Zierrat versehen und sie haben noch dazu den Vorteil, dass sie rund und wohlgestaltet sind und nicht aussehen wie ein ungekämmter Pudel. Aber, was entgeht uns, wenn wir uns nicht der Mühe des Selbermachen unterziehen...

Inhalt
Seite 8: Rezept für einen "Rehrücken"-Kuchen
Seite 10: Kokoshäufchen/Schokoladenmuscheln
Seite 11: Zimtsterne/Zedernbrot/Springerle
Seite 13: Butterzeug
Seite 14: Leckerli
Seite 16: Dampedei
Seite 17: Fränkischer Christstollen
Seite 19: Gänseschmalz
Seite 23: Sauerbraten
Seite 26: Doktorpunsch/Italienischer Salat
Seite 27: Falsche Mayonnaise/Fleischfondue
Seite 28: Grüne Pfeffersosse/Kräutersoße/Knoblauchsosse
Seite 30: Chat-Choe
Seite 32: Biskuitlamm
Seite 33: Holundersirup
Seite 39: Sauerkraut/Hutzelbrot

Einige freie Seiten für eigene Rezepte.

DER ERKENNTNISBAUM
Texte von Edda Singrün-Zorn
zeigen uns die Bedeutung die Erkenntnisfrüchte
der verpassten Gelegenheiten;
und jeder Baum trägt welche,
selbst der edelste.

52 Seiten, €6
16,5 x 23 cm, geheftet
ISBN 978-3-939240-07-5

Motto
Der Baum der Erkenntnis, von dem ich abpflücken will, ist nicht jenes göttliche Gewächs des Paradiesgartens. Ich bin nicht vermessen genug zu glauben, dass es uns zugänglich wäre. Wir haben einmal davon genascht, und es ist uns schlecht genug bekommen, wie jeder weiß. Der Baum der Erkenntnis, von dem hier die Rede ist, steht am Weg eines jeden Lebens, nur, so will es mir scheinen, ist er von unterschiedlicher Grösse und Fruchtbarkeit.

Da gibt es die Bäume mit wenigen erlesenen Äpfeln, denn Äpfel sind es doch wohl als stete Erinnerung an unseren Fehltritt und zum Schutze gegen den Übermut. Ihre Besitzer brechen sie sorgsam und hüten sie wie einen Schatz. Sie werden bewahrt und von Zeit zu Zeit glänzend gerieben wie Schmuckstücke. Aber letztlich sind sie doch nichts anderes als ein Spiegel für die eigene Eitelkeit, sie werden runzlig und ungeniessbar, bevor sie etwas Gescheites zuwege brachten, nicht einmal ein Apfelreislein ist ihnen gelungen in ihrem Dasein.

Andere Bäume tragen Früchte zu Haufen. Beileibe nichts Besonderes an Aussehen und Geschmack, aber eben so reichlich, dass es ihre Besitzer kaum bergen können. Zumeist handelt es sich um zufriedene Leute, die mit ihrer Ernte wacker durch die Jahre kommen, denn es sind die einfachen, alltäglichen Erkenntnisse, die ein jeder von uns macht, etwa, dass Vorsorgen besser sei als heilen; wer anderen eine Grube grübe, selber hineinfalle; oder, dass es klüger sei, bei der Wahrheit zu bleiben, weil man sich sonst alles verdürbe durch einen unlauteren Wandel, und so fort. Der Volksmund hat ja ganze Bündel von solchen Weisheiten zur Hand, und es läßt sich redlich damit auskommen, wenn auch nicht gerade anspruchsvoll. Und doch, wie arm wäre unsere Welt, wenn sie nicht im Frühjahr der Blust dieser geringen Bäume durch die Täler zöge, selbst, wenn sie im Herbst nur Mistbirnen tragen oder Holzäpfel. Vielleicht sollten wir uns eben öfter an der Blüte freuen, und nicht gleich nach der ernte schielen, wer weiß.

Und dann gibt es Menschen, die pflegen ihren Baum, sie beschneiden ihn, säubern ihn von Ungeziefer, hüten ihn vor Trockenheit und sehen auch sonst zu, dass er nicht zu Schaden komme. Wenn es an der Zeit ist, nehmen sie die Frucht von den Zweigen, duftende, wohlgeformte Äpfel. Ein oder den anderen verspeisen sie zum eigenen Genuss, und das Übrige wird verschenkt, wann sie es für recht halten, an Enkel und Freunde. Und das, meine ich, ist das Beste, was man mit dieser Art von Lebensrechten tun kann.

Hin und wieder aber finden sich im Geäst vertrocknete Äpfel, unreif und ohne Geschmack. Das sind die Erkenntnisfrüchte der verpassten Gelegenheiten, und jeder Baum trägt welche, selbst der edelste. Doch auch sie sind nicht unnütz, wie es ja überhaupt nichts Sinnloses gibt in unserer Schöpfung. Wenn ihre Stunde gekommen ist, fallen sie zur Erde und ihre unerfüllten Wünsche und Gedanken fließen hinein in den nächsten Baum, in das nächste Leben.
So ist das.

Inhalt
Über das Haus
Von der Arbeit
Über das Können
Vom Reisen und der Sehnsucht
Über die Menschlichkeit
Über das Nichtstun
Über den Ehrgeiz
Über die Kritik
Über die Zeit
Vom Wesen einer Stadt
Über das Geborenwerden
Vom Nachdenken

DAS DUFTBÜCHLEIN
von Edda Singrün-Zorn
Neun Kindheits-Erinnerungen aus der Welt
der Gerüche.
36 Seiten, A6 quer, €8
ISBN 978-3-939240-03-7
Mit Scherenschnitten der Verfasserin

Vorwort
Viele Anthropologen behaupten, der Mensch sei ein Augenwesen. Ich kann das für meine Person nicht bestätigen, ich beziehe sehr viele meiner Impulse durch die Nase, und wenn ich meine Umwelt aufmerksam betrachte, so stelle ich fest, dass eine ganze Reihe von Menschen die Dinge beschnüffeln, gleich fleißigen Jagdhunden, die, ihre Nase am Boden, den Geheimnissen nachgehen. Was aber ein so kleines Organ wie die menschliche Nase alles zu speichern vermag an Erlebnissen, Eindrücken und Erinnerungen im Laufe eines langen Lebens, das grenzt ans Wunderbare und ist wohl wert, dass man es aufschreibt.

Inhalt
Schnee und Eis
der Geruch abendlicher Gärten
feuchtes Holz und Wasser
Apfelduft
Rauch und Regen
Welkes Laub und Pilze
Anis, Zimt und Mandeln
Nebelschwaden
Sommerduft - eine Begegnung